Um euch auf dem Laufenden zu halten was ein Semester Studium in den USA bedeutet werde ich wie versprochen jede Woche hier davon berichten.
Nachdem ich jetzt fast eine Woche in den USA verbracht habe gibt es einiges zu erzählen!
Als ich in LA angekommen bin und vom Shuttle Service zu meinem Hostel am Hollywood Boulevard gefahren wurde war es schon großartig von weitem das Hollywood Sign zu sehen. Noch mehr gekribbelt hat es dann als ich die ersten Sterne auf dem Bürgersteig gesehen habe - das ist der Walk of Fame!
Ich war zwar relativ müde vom Jetlag, aber für einen glamurösen Gang über den Walk of Fame hab ich nochmal alle Power zusammengekratzt.
An sich ist Hollywood gar nicht so glänzend wie man es sich vorstellt, auch der Walk of Fame ist eigentlich nur ein normaler Bürgersteig mit den (bekannten) Sternen auf ihm. Es gibt wirklich viele Souvenier-Shops dort, aber mindestens genauso viel zu bestaunen.
So zum Beispiel das Chinese Theatre, ein riesiges Kino im China-Stil in welchem viele Premieren gezeigt werden. Nebenan ist das durch die Oskar-Verleichungen weltberühmte Kodak Theatre. Der ganze Gebäudekomplex umfasst viele Cafes, Restaurants, Bars und Shops. Dadurch dass er architektonisch schön gebaut wurde ist er definitiv einen Besuch wert. Das beste: Man bekommt einen wirklich guten Blick auf das Hollywood Sign von einer Aussichtsplattform aus!
Im Hostel war ich in einem 6-Bed-Room. Meine Zimmernachbarn kamen aus der Schweiz, Australien, Japan, Holland und hatten alle viel zu erzählen von ihren Trips durch die Welt. Die Schweizer meinten ich würde aufgrund des Jetlags bestimmt um 4 Uhr aufwachen. Als ich dann Nachts (hell-)wach wurde hab ich mal einen Blick auf die Uhr gewagt: 4:02. Verdammt, sie hatten Recht! Die frühen Morgenstunden hab ich mir dann mit Skype-Anrufen nach Hause und Reiseplänen vertrieben.
Mittags bin ich dann mit ein paar Leuten vom Hostel nach Beverly Hills gefahren um die Villen der Stars - und vielleicht auch die Stars selbst zu sehen.
Es stehen unglaubliche Anwesen dort. Ich stand vor Michael Jacksons Palast, vor Elvis' altem Anwesen, Christina Aguileras Villa und sogar vor Hugh Hefners Playboy Mansion. Leider sieht man meistens nicht viel mehr als die Vorderseite des Hauses, da der Rest von riesigen Mauern abgeschirmt ist.
Wie man sich vorstellen kann hatten wir unglaublichen Spaß während unserer Tour durch die Tore zu spähen und in vorbeifahrenden Limousinen nach Stars ausschau zu halten. Erkannt haben wir leider keinen!
Als wir wieder am Hostel waren ging auch schon das Barbecue los - selbstgemachte Hamburger und Hot Dogs von nem typisch amerikanischem Grilll. So lecker! Da verpufft jeder Gedanke an Kalorien.
Am nächsten Tag wurde vom Hostel eine Tour zum Hollywood Sign angeboten. Weil wir mitlerweile eine echt lustige Truppe von 8 Leuten zusammen hatten dachten wir uns, dass wir es ohne fremde Hilfe auf eigene Faust versuchen in den Bergen zum Sign zu kommen. Schon auf halbem Weg wurden wir uns immer unsicherer ob wir richtig sind, zumal selbst kein Einheimischer auf dem Weg eine Route kannte. Irgendwann konnten wir plötzlich am Ende unseres Weges das Griffith Observatory sehen. Das ist zB. aus Terminator 1 bekannt, dort landet er am Anfang nackt aus der Zukunft. Uns wurd dann relativ schnell klar, dass das Hollywood Sign relativ weit weg in einer anderen Richtung sein muss. Da am Wegrand jemand neben seinem Pickup stand hab ich ihn einfach mal gefragt ob er einen Weg zum Sign kennt. Und er hatte sogar eine Route im Kopf! Er berichtete von Wanderwegen oben auf dem Berg - und erzählte dann wirre Stories wie er mal mit 90mph auf dem Sunset Strip als Geisterfahrer unterwegs war. Aber das konnte uns nicht abschrecken ihn zu fragen ob er uns nicht alle mit seinem Pickup hochfahren kann. Er konnte! Und wie. Wir saßen hinten mit 5 Leuten auf der Ladefäche, den dreien drinnen erzählte er dann was er zuvor für Substanzen geraucht hatte. Genauso ist er dann auch gefahren. Ziemlich wirre Routen die ganz und gar nicht dem entsprachen was er uns vorher erzählt hatte. Wir hatten keine Ahnung was er da tat - und ich denke er selbst am wenigsten. Schlussendlich gings in einem ziemlichen Tempo wieder runter zum Hollywood Blvd wo er uns rausgelassen hat nachdem er zugegeben hatte, dass der Wagen nichtmal versichert war. Immerhin sind wir mit viel Adrenalin im Körper herunter gekommen, auch wenn wir es nicht bis zum Sign geschafft haben!
Am Sonntag habe ich dann mit einem Hostel-Freund die riesigen Strände LA's erkundet. Wir waren am Santa Monica Beach und dort an dem Pier an dem Forest Gump bei seinem langen Lauf durch die USA angekommen und wieder umgedreht ist. Von dort aus sind wir weiter zum Venice Beach. Auf dem Weg dahin könnte man meinen, dass jeder hungernde Künstler der Stadt eine Bude zum verkaufen von selbstgemachten Bildern, Piercings und Schmuck dort aufgebaut hat. Ist eine wirklich interessante und lebendige Atmosphäre!
Nachdem ich durch die Wellen im ziemlich kalten Pazifik geschwommen bin hat mich im Sand liegend eine Wespe auf die Stirn gestochen. Aua! Aber auch das konnte meine Begeisterung für die Umgebung nicht hemmen.
Abends war dann Comedy Night im Hostel, Eintritt frei! Bekannte Comedians von Comedy Central & co. schauen dann wie ihre Witze ankommen und proben, es wurde also ein extrem lustiger Abend. Vielleicht besonders weil die meisten Witze unter die Gürtellinie gingen und sie bei uns als jungem Publikum natürlich mit viel Gelächter aufgenommen wurden ;)
Bevor ich dann zu meiner Gastfamilie gefahren bin haben wir im Hard Rock Cafe ein kleines Abschiedsessen für mich veranstaltet. Kurz bevor wir zahlen wollten kam dann das unerwartete: Unser Kellner. Mit total weißem Gesichtsausdruck! Er teilte uns mit: "Ich sag euch das nicht gern, aber wir müssen das Gebäude evakuieren weil draussen in einem Van eine Bombe vermutet wird!" Wir sind dann im zügigen Schritt aus einem Hinterausgang raus und Richtung Hollywood Blvd gegangen. Dort war eine riesige Ansammlung von Menschen die alle der Bombe vor dem Kodak Theatre weichen sollten. An uns schossen plözlich "Bomb Squad"-Wagen vorbei, was sollte also passieren? Die würden das gute Ding schon entschärfen. Wir konnten also beruhigt wieder zurück zum Hostel gehen und uns darüber freuen ein Essen umsonst gehabt zu haben! Natürlich war es am Ende nur ein falsch parkender Van und zu viel Paranoidität - aber definitiv ein Erlebnis!
Danach habe ich mich mit meiner Gastfamilie an der Universität in Riverside getroffen. Meine Gasteltern sind total nett, lustig, verwöhnen mich fleißig und besitzen ein riesiges Haus und ziemlich coole Autos. Ausser mir ist noch ein japanischer Englisch-Student inklusive gutem Humor hier. So lebt es sich also ziemlich gut! Heute hab ich mich mit zwei Freunden von der Nordakademie hier an der Uni getroffen um den Campus zu erkunden. Das Gelände ist unendlich groß, viele fahren mit dem Auto von einer Fakultät zur anderen.. unglaublich! Von unserer schnuckeligen Nordakademie ist man da anderes gewohnt. Aber hier in den USA ist alles größer ;)
Morgen ist unser orientation-day, der erste Tag an der Uni. Ich bin schon wirklich gespannt und freu mich echt sehr. Besonders auf die Kurswahlen! Endlich besteht die Möglichkeit sein Profil im Stuidum selbst zu definieren. Aufgeregt wie ich jetzt bin werd ich dann jetzt schlafen gehen und beim nächsten Mal davon berichten. Gute Nacht!
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